IMPULS FÜR DEN MONAT JANUAR 2021

Zu Hause

Auf unnötige Reisen verzichten, Kontakte beschränken, zu Hause bleiben … dann könnte alles gut werden, so lautet in unseren Zeiten das Credo der Politik, so las und liest man es an vielen Fensterscheiben oder auch auf die Straße geschrieben.

Nicht nur die Politikerinnen und Virologen empfehlen zu Hause zu bleiben, sondern auch schon immer die Gottsucher und Mystikerinnen aller Zeiten, Menschen, die erfahren haben, dass Gott ganz nahekommen kann, wenn man es wagt, bei sich selbst einzukehren, sich nicht abzulenken, in der Stille oder im Gebet vor Gott zu verweilen.

Diese Erfahrung drückt sich zum Beispiel in den Worten der „kleinen Regel“ des Heiligen Romuald (um 952-1027) aus:

„Sitze in deiner Zelle wie im Paradies. Vergiss die Welt und wirf sie über die Schulter. Achte auf deine Gedanken wie ein guter Fischer auf die Fische …
Lass alles von dir und sitze wie ein kleines Vögelchen zufrieden in der Gnade Gottes, welches nichts anderes schmeckt und isst, als das, was seine Mutter ihm gibt.“

Und in unseren Tagen empfiehlt der Benediktiner David Steindl-Rast: „Diese Pandemie ist eine einmalige Gelegenheit, anzuhalten, uns nach innen zu wenden und still zu sein … Versuchen wir doch, uns wehrlos der Stille auszusetzen – jeden Tag etwas länger, bis sie uns unter die Haut geht und bis ins Herz.“

Vielleicht, liebe Leser*innen, ist der gegenwärtige Lockdown eine gute Gelegenheit, sich in der Stille beschenken zu lassen oder auf Ihre Art, ganz zu Hause zu sein.

Herzliche Grüße, Ihr Martin Hofmeir

 

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