IMPULS FÜR DEN MONAT JUNI 2020

Fensterln & Türlen

In den vergangenen Wochen bin ich ans „Fensterln“ und „Türlen“ gekommen. Ersteres kennen Sie vielleicht aus dem alpenländischen Brauchtum. Aus der Not heraus geboren wurde es, um über die Leiter einen zu groß erscheinenden Abstand zu überwinden und zur Liebsten zu gelangen. Nun bin ich durch Corona ans „Fensterln“ und „Türlen“ gekommen.

Spontan begann es auf einem Spaziergang mit einer Freundin, auf dem wir schlussendlich bei vier FreundInnen klingelten und am Gartentor, an der Tür oder über den Balkon ins Gespräch kamen.
Nun machen mein Mann und ich hin und wieder einen Abendspaziergang und klingeln bei Freunden und Nachbarn oder kommen selbst in den Genuss einer solchen Aufmerksamkeit.

An der Tür oder übers Fenster begegnen wir uns so im gebotenen Abstand. Wir hören und sehen uns leibhaftig, teilen miteinander, was uns bewegt, sorgt, wofür wir dankbar sind und was neue Erfahrungen sind, die wir nicht für möglich gehalten hätten vor Mitte März.
Vielleicht mögen Sie mitmachen im Juni. Sei es bei Bekannten oder bei noch Fremden in einer dezenteren Weise: Nicken und Winken zu Jemandem im Fenster, ein Gruß, eine Frage, etwas Ermutigendes über den Gartenzaun gesprochen…

Lassen wir uns, ausgehend vom Pfingstfest Anfang des Monats und gesendet vom Heiligen Geist, zu neuen Begegnungs- und Erfahrensweisen inspirieren. Mögen wir, wie in Joh 20,19-23, hören und einander zusprechen in die Furcht des Augenblicks und die Sehnsucht nach neuer Lebendigkeit: Der Friede sei mit Dir!
Seien Sie herzlich gegrüßt aus Kloster Arenberg, bleiben Sie behütet!

Ihre Elke Hübers

 

 

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