IMPULS FÜR DEN MONAT September 2019

Was jetzt dran ist

Der eine Mann zum anderen: „Du machst beruflich immer noch ganz schön viel.
Macht deine Frau das alles so mit?“ Der andere: „Ja. Sie sagt, wenn nicht jetzt, wann dann.“
Der erste: „Könnte ja auch anders sein. Meine Frau …“ – Pause – Der andere: „Wir schauen, dass wir auch gute Zeiten zu zweit haben … Doch, wir haben es gut miteinander.“

Dieses Gespräch wurde mir geschenkt, es drang an meine Ohren, als ich in einem anderen Kloster im Speiseraum saß und außer mir nur noch die beiden Männer am Nachbartisch da waren.

Das Gespräch gefiel mir, und es ging mir nach. Auch wenn der Dialog nur kurz war – es ist vermutlich gar nicht so selbstverständlich, dass Männer sich so offen und ehrlich über Beruf und Privates austauschen.

Es ist schön mitzubekommen, dass es Paare gibt, denen es auch und vielleicht gerade nach vielen Ehejahren gut miteinander geht. Paare, die sich einander etwas gönnen. Die sich erlauben, gemeinsam zu spüren, was gerade bei dem einen und beim anderen dran ist. Die sich Mut machen und Zeit geben, das Eigene, auch die je eigene Berufung, die eigene Passion und Mission zu leben.

Es gefällt mir, wenn Männer in gutem Kontakt mit ihren Partnerinnen sind. Wenn sie sich bewusst Zeit für die Partnerschaft nehmen. Wenn sie trotz und bei allem, was das Leben von einem verlangt und schenkt, der Ehe den ersten Platz geben und sich das entsprechend Zeit kosten lassen. Wenn sie nicht nur das tun, was jetzt beruflich, sondern auch partnerschaftlich und familiär dran ist. Und vor allem, wenn sie wissen und tun, was immer dran ist: den Nächsten bzw. die Nächste - und das ist in der Regel der Ehepartner - so zu lieben wie sich selbst, von ganzem Herzen, sagt die Bibel.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, und auch mir selbst, gut zu spüren, was gerade und was immer dran ist:
für sich, für den Nächsten und für das Gemeinsame, sei es im Beruf, in der Partnerschaft, in Familie und Verwandtschaft, in Freundschaften und Bekanntschaften, in der nahen Umgebung und in der weiten Welt und nicht zuletzt auch in der Beziehung zu Gott.

Martin Hofmeir

P.S. Gerne wüsste ich ja, was die Frauen der beiden Männer zu dem Gespräch gesagt hätten …

 

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