Liebe Leserinnen und Leser, liebe Gäste,

dieser Sommer kommt zunehmend verregnet daher – so zumindest mein Eindruck hier auf dem Arenberg. Mir persönlich ist das tatsächlich weitaus lieber als die Hitzewellen, die wir in Folge des Klimawandels immer öfter erleben müssen.
Ob nun bei „Schmuddelwetter“ auf der Couch oder bei Sonnenschein auf der Terrasse – die langen Sommertage laden dazu ein, sich mit einem Buch einzumummeln und in Ruhe zu lesen!

Aktuell habe ich mir das spirituelle Tagebuch „Lebensspuren im Sand“ von Andreas Knapp vorgenommen. Darin beschreibt er seine geistlichen, aber auch ganz lebenspraktischen Erfahrungen von 40 Tagen Wüste.
Was mich daran besonders fasziniert: Der Autor, selbst Ordensmann, riskiert für diese intensive Erfahrung sein Leben, indem er sich in der Wüste Sahara nicht nur extremen klimatischen Bedingungen aussetzt, sondern beispielsweise auch in direkter Nachbarschaft mit einer gefährlichen Viper wohnt! „Lebensfeindlich“ kommt mir so als erster Gedanke. Und: Ob ich diesen Mut hätte?, frage ich mich beim Lesen.
Gerne lasse ich mich von Andreas Knapp in das Abenteuer der Wüste hineinziehen. Sauge die Landschaftsbeschreibungen in mich auf. Spüre der Gedankenwelt des Autors nach. Gehe noch einmal der Frage nach, wie viel Stille ich mir in meinem Alltag gönnen kann.
Eine Erkenntnis Knapps spricht mich besonders an: „… dass ich mich in meinem Alltag vielfach um Dinge mühe, die mich nicht satt machen. Die Jagd nach Anerkennung, der Versuch, mir durch meine Arbeit einen Wert zu verdienen, führt letztlich nicht weiter.“ Sein Fazit: „Was mich in der Tiefe sättigt: Freundschaft, Liebe, Stille vor Gott, Frieden mit mir selbst.“

Dass wir immer wieder auch auf einer tieferen Ebene gesättigt werden, das wünsche ich mir, das wünsche ich Ihnen in diesem Sommer! Und das Wetter? Das macht uns angesichts solcher Verheißungen vielleicht gar nicht mehr so viel aus!