IMPULS FÜR DEN MONAT JUNI 2022


Foto: unsplash, Nathan Dumlao

Geht es Ihnen auch so? Ich wünsche mir ein Pflaster auf die
großen Wunden dieser Erde. Auf die Wunden unseres Herzens und unserer
Seele. Ein Pflaster, das schützt, hütet und Heilung bringt. Der Krieg mit
seinen Konsequenzen geht unter die Haut, raubt zuweilen den Schlaf.
Oder man möchte aus bösen Träumen aufwachen dürfen und muss sich
doch schmerzlich eingestehen: Es ist harte Wirklichkeit. Gewalt vernichtet
nicht nur Leben, Gewalt verwundet unser Herz abgrundtief. Die Seele ist
nicht dafür geschaffen. Navid Kermani sagt treffend: „Das Mitgefühl ist der
natürliche, der menschliche Impuls, nicht die Gnadenlosigkeit.“

Während des Katholikentages in Stuttgart habe ich ein Wort
aufgeschnappt: Konvivialität. Es berührt mich, weil ich gutes
Zusammenleben heraushöre. Daraufhin sind wir geschaffen.
„Für die Art des Miteinanderseins, die als ›Konvivialität‹ bezeichnet wird,
sind offenbar ein Tisch, um den man sich versammeln kann,
ein Krug Wein, den man gemeinsam leeren kann,
und ein Brot, das man miteinander teilt, ziemlich unabdingbare Utensilien,
um ein gutes Gespräch zu führen.“
(www.wortbedeutung.info)

Ein Tisch, Brot und Wein … hier geschieht Heilung. Hier entsteht
Gemeinschaft, hier wird sie gestärkt. Und mittendrin: GOTT. Er, mehr
als nur ein Pflaster. Ihn dürfen wir wieder und wieder bitten, dass er
uns seinen Frieden bringt. Er kann mit uns Schwerter zu Pflugscharen
und Lanzen zu Winzermesser schmieden (Jes 2,4).

Vielleicht kann der beginnende Sommer eine Einladung sein, sich
draußen zu treffen, an einem Tisch mit Brot und Wein, und sich dabei
beschenken zu lassen von Gesprächen, die aufrichten, ermutigen
und Hoffnung wecken.

Sr. M. Scholastika Jurt OP

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