Urlaub im Kloste
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Wohlfühlen an Leib und Seele


»Ich habe mich in Ihrem Hause sehr wohlgefühlt. Ich kam mit persönlichen Fragestellungen, hoffte auf eine achtsame, liebevolle Atmosphäre und dies fand ich auch hier. Trotz Ihres vielfältigen Wochenplanes hatte ich ein großes Bedürfnis nach Rückzug und Alleinsein. Dafür gab es hier viele Möglichkeiten. Für meine körperlichen Probleme fand ich angemessene Hilfen in Ihrem Vitalzentrum. Auch dort erlebte ich eine freundliche, zugewandte Grundstimmung. Das Essen ... war vielfältig und köstlich! Also ... ich habe mich hier umfassend wohlgefühlt und möchte Sie gerne bestärken, dieses nach vielen Seiten offene Konzept weiterzuführen.« (11.2.2011, Gast, weiblich, 49 Jahre)


Obwohl nur noch wenige Männer und Frauen in einen Orden eintreten, treibt es immer mehr Menschen zumindest zeitweilig ins Kloster. Urlaub in Kloster Arenberg ist vor allem deshalb gefragt, da das spirituelle Programm u.a. durch Wellness-Angebote ergänzt wird. So schrieben zwei Frauen ins Gästebuch von Kloster Arenberg: »Einen >Wellness-Urlaub< hatten wir gebucht, doch auch etwas für die Seele gesucht. All das haben wir hier gefunden, so konnten Leib und Seele wieder gesunden!« Was also suchen und finden moderne Klosterurlauber in Kloster Arenberg am Rand von Koblenz hoch über Rhein und Mosel?

Herzlichkeit und Ruhe

Fragt man die Klostergäste, was ihnen besonders gut tut, heben sie zwei Dinge hervor: Die Herzlichkeit des Personals und die Ruhe. Außerdem loben die Gäste immer wieder die harmonische, lichte Architektur des Hauses, die Einrichtung mit ihren warmen, fröhlichen Farben, den wunderbar angelegten, weitläufigen Klosterpark und Kräutergarten, das schmackhafte und gesunde Essen, das ganzheitliche Konzept und das breite spirituelle Angebot. Das Besondere aber wird von den Gästen in den menschlichen Qualitäten der Mitarbeitenden und der herzlichen und ruhigen Atmosphäre im Haus gesehen. Stille und Geborgenheit scheinen mehr als alles andere neue Kräfte zu verleihen, lassen zur eigenen Mitte finden und heilen so manche Wunde.

Freiheit und Vielfalt
Wenn das Entscheidende also nicht die einzelnen Angebote sind, warum leistet sich ein Kloster dann ein großes Vitalzentrum mit Schwimmbad, Sauna, Fitnessraum, Kneippanwendungen, Fußpflege oder Aromamassagen und andererseits ein breites spirituelles Programm, das nicht nur klassisch katholische Angebote beinhaltet (Eucharistie, Stundengebet, Rosenkranz, Anbetung), sondern auch Meditation und unkonventionelle spirituelle Angebote wie die Morgen- und Nachtimpulse?
Ein Grund ist die Vielfalt der Gäste. Da Kloster Arenberg für Frauen und Männer gleich welchen Alters und gleich welcher Konfession da sein möchte, braucht es verschiedene Formen der religiösen und körperlichen Betätigung. Menschen, die kaum kirchlich sozialisiert sind, tun sich oft schwer, einen Zugang zum Stundengebet oder zur Eucharistie in der Mutterhauskirche zu finden, kommen aber gern zu einem kurzen spirituellen Impuls in die Kapelle oder zur täglichen Meditation in den Meditationsraum:
»Ich war zum ersten Mal hier. Es war wunderbar. Besonders gut getan hat mir das Gefühl des Angenommenseins, der Wertschätzung. Meinen Glauben an Gott und seine Liebe mit anderen zu teilen und zu leben war eine ganz wertvolle und bereichernde Erfahrung. Ich fahre gestärkt nach Hause und komme ganz bestimmt zurück. Die Erfahrung, dass es möglich ist, innerhalb weniger Tage mit fremden Menschen ein Gefühl der Nähe, des Vertrauens und der Geborgenheit zu erleben, erfüllt mich mit dankbarem Staunen ... Ich wurde hier in meinem Glauben an Gott gestärkt. Der Satz >Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand< wird mich im Alltag begleiten. Ich bin sicher, dass ich das auch vor allem an meinen trauernden Vater weitergeben kann. Ich bin von Herzen dankbar für die Tage in Arenberg.« (31.1.2011, Gast, weiblich, 51 bis 60 Jahre).

Ein anderes Beispiel: Das morgendliche Walking im Klosterpark ist beliebt, andere aber ziehen es vor, sich im Schwimmbad zu bewegen oder im Fitnessraum aktiv zu werden. Wer Ruhe sucht, findet diese nicht nur in der Kapelle, sondern auch im Ruheraum der Sauna, im Labyrinth oder bei der Mitarbeit im Kräutergarten. Der Leitspruch für die Neukonzeptionierung von Kloster Arenberg war: Das gute Alte bewahren und mit dem notwendig Neuen verbinden. Diese Kombination tut den Gästen gut. Sie sind dankbar dafür, dass sie sich auch im religiösen Bereich zu nichts gedrängt fühlen. Gerade diese hinter Klostermauern oft nicht vermutete Freiheit ermöglicht, sich für spirituelle Impulse zu öffnen. Die Gäste schätzen die Verbindung von Wohlwollen und Freiraum, die »aufmerksame Zurückhaltung« oder das »Geborgensein in Freiheit«.

»... wie dich selbst« (Lk 10,26)

Menschen wie Cherubine Willimann, die Gründerin der Arenberger Dominikanerinnen, haben in ihrem Leben schier Unmenschliches vollbracht, weil sie sich radikal auf Gott eingelassen haben. Diese christliche Ganzhingabe ist zu bewundern, kann aber auch zu Überforderungen führen. Die moderne Tendenz zur Maßlosigkeit kann Menschen verleiten, sich beruflich oder privat zu verbrauchen, ohne dafür die spirituellen, psychischen und physischen Ressourcen zu haben. So trifft man in Kloster Arenberg immer wieder Gäste, die sich selbst überfordern oder von anderen überfordert werden, die es nicht gelernt haben, gut für sich selbst zu sorgen. Diese erschöpften Menschen bedürfen weniger des Hinweises auf die Nächstenliebe, sondern vielmehr einer Einladung, sich auch selbst etwas Gutes zu tun:

»Mir hat besonders gut getan die offene Atmosphäre dieses Hauses, in der ich mich frei von Zwang frei von Erwartungen bewegen und finden kann. Ich habe einen Raum in mir entdeckt, der heilig ist, der zu pflegen ist, hier lebt ein lustiger bunter Schmetterling, der frei und unabhängig ist. Er ist bei mir, egal wohin ich geh ... Ich habe mich verändert, gewandelt. Alles ist in mir, was ich freigelegt habe und worüber ich mich freue: mein tiefes Inneres - und die Stille ist mein Gebet, die Stille ist die Pflege meines Raumes, das >Bei-Mir-Sein< ist so wunderschön, weil es so wahr ist, die reine Wahrheit.«
(29.1.2011, Gast, männlich, 41 bis 50 Jahre)

Es gibt eine legitime christliche Selbstliebe, welche die Nächstenliebe ergänzt, ja sogar voraussetzt. »Du sollst Deinen Nächsten lieben«, heißt es nämlich, »wie dich selbst«. Schon Bernhard von Clairveaux musste den offenbar total überarbeiteten Papst Eugen III. ermahnen: »Gönne dich dir selbst«. Dass die Nächstenliebe bei einer gesunden Selbstliebe nicht auf der Strecke bleibt, zeigt das Beispiel einer Frau, die im Gästebuch dafür dankt, dass ihre beiden Kinder und ihr Mann »eine ausgeruhte und fitte Mama/Frau« zurückbekommen.

Leib und Seele
In Verbindung mit der einseitigen Betonung der Nächstenliebe ist auch die Tendenz zu sehen, die moralisch-seelische Entwicklung zu forcieren, die Sorge um den Leib hingegen gering zu achten. Das Christentum könnte von der Wellness-Bewegung, der es um eine Harmonie von Körper, Geist und Seele geht, durchaus lernen, auch den Leib wieder wohlwollend in den Blick zu nehmen. Dass bewusste Leiberfahrungen von spiritueller Relevanz sein können, zeigt sich in der Praxis von Kloster Arenberg immer wieder, etwa im Beispiel eines Mannes, der eine tiefe spirituelle Erfahrung, die ihm in der Kapelle zuteil wurde, auch auf die vorausgegangene Massage im Vitalzentrum zurückführte. Diese tiefe Erfahrung leib-seelischer Einheit ist bisweilen mit großen Erschütterungen und Umkehrbewegungen verbunden. So mancher Gast kehrt nicht nur erholt, sondern auch tief berührt und innerlich verändert in seinen Alltag zurück.
Die Menschen von heute suchen im Kloster auch ein ganzheitliches Angebot für Leib und Seele. Sie suchen mehr als nur Wellness, aber oft auch mehr als rein spirituelle Angebote und finden all das in Kloster Arenberg.