Urlaub von der Welt - Das Moderne Kloster Arenberg

Sich fallen lassen, Kraft tanken und zur Ruhe kommen. Viele Klöster im Land öffnen Stressgeplagten ihre Tore. Wir haben zusammengetragen, was es bringt, wo man gut aufgehoben ist und was die Auszeit im Kloster kostet


Kloster Arenberg





Kein Fernseher, kein Telefon, kein Internet. Nichts. Die ersten Stunden im Kloster können einen ganz schön nervös machen. Die Augen suchen die Wände ab, die Hände fahren über den Stoff der Bettwäsche. Nutzt nichts. Also hinaus vor die Tür. Doch auch der Spaziergang durch den duftenden Klostergarten bringt keine innere Ruhe.
So ist das am Anfang immer: Seit der Koffer ausgepackt auf dem Zimmer liegt und das Begrüßungsgespräch mit dem diensthabenden Ordensmenschen geführt ist, beginnt das Kloster zu wirken.

Die Welt ist hinter den Mauern zurückgeblieben. Es gibt keinen Lärm, nur die Geräusche der Natur. Es gibt keine Termine und keine Verpflichtungen. Nur die Möglichkeit, an den Gebeten der klösterlichen Gemeinschaft teilzunehmen. Und mehrmals täglich an einem Essen. Doch wohin mit sich selbst in der Zwischenzeit? Wie die Zeit bis zum Schlafengehen verbringen?
Die Gedanken im Kopf beginnen, seltsamen Pfaden zu folgen: Wann wurde zum letzten Mal ein Rosenkranz gebetet? Hätte man das vielleicht vorher üben sollen?
Zumindest diese Frage lässt sich leicht beantworten: Nein, hätte man nicht. Im Kloster findet jeder Einlass, ob Christ, Jude oder Moslem, Buddhist oder Atheist. Manche Klöster wünschen, dass die Gäste an den Betstunden teilnehmen, selten wird es erwartet. Die Riten einer christlichen Feier muss jedoch kein Gast beherrschen, um im Kloster Einlass zu finden.


Die Mönche und Nonnen sehen die Sache als eine Art christliche Öffentlichkeitsarbeit. Und schieben im Zweifel mit einem Lächeln das aufgeklappte Gebetsbuch mit der korrekten Textpassage herüber. Die ersten Sätze kommen einem noch scheu über die Lippen. Dann wird die Stimme fester. Die morgendlichen Gebete schwingen im Raum. Sie schaffen Ruhe und entspannen über das regelmä­ßige Atmen den Geist - das Wesen jeder Meditation.

Sich fallenlassen, zur Ruhe kommen, Kraft tanken: In einem Kloster geht das besonders gut. Weil es keine Störungen von außen gibt und weil die feste Struktur des Tagesablaufs Halt gibt. Wer will, braucht tagelang nur das Nötigste zu sprechen und fühlt sich trotzdem geborgen. Die Orden haben sich ein­gestellt auf die Sinnsuchenden des 21. Jahrhunderts: mit eigens organisierten Exerzitienwochen ebenso wie mit Well­ness-Angeboten.
Es gibt Meditationswo­chen und Massagen, Gartenseminare und Gebetswochenenden. Nicht zu vergessen die Klosterküche - da vergisst man schnell alles andere. Auch Fernseher, Telefon und Internet.

Das Moderne Kloster Arenberg
Mit seinem ungewöhnlichen Weg aus der Krise machte das Kloster Arenberg Schlagzeilen. Die dort lebenden Dominikanerinnen ließen 2003 ihr Domizil vom Wasserkurheim zur Wellness-Oase umbauen. Jetzt verfügt das Kloster über ein modernes Vitalzentrum mit Schwimmbad, Sauna, Solarium, Infrarotkabine, Fitnessraum, Kneippbädern, Fußpflege und Massagen. "Erholen, begegnen, heilen", lauten die Grundsätze. Die Gästezimmer sind komfortabel, Fernseher und Internetanschluss können gebucht werden. Das Kloster mit naturbelassenem Park und Heilkräutergarten liegt hoch überm Rheintal bei Koblenz.
Gäste: Frauen, Männer, Kinder und Gruppen. Gästezimmer: 79 (Einzel-, Doppelzimmer und Apartments).
Übernachtung: 85 bis 125 Euro pro Person und Tag mit Vollpension (drei Buffetmahlzeiten) und allgemeinen Leistungen wie Schwimmbadbenutzung etc.

Angebote: Gottesdienste, spirituelle Morgen-/Nachtimpulse, Gesprächsbegleitung, Gesprächskreise, Liturgie, Morgengymnastik, Tautreten, Bäder, Massagen, Physiotherapie, Aquafitness, Rückenschule, Meditation, Entspannungstechniken, gesunde Ernährung, Kräuterwissen, kulturelle Veranstaltungen, vielfältige Kurse, z.B. Wohlfühlwochen, Kneipp-Wochen, Trauerseminare, autobiografisches Schreiben, Tanzmeditation.