IMPULS FÜR DEN MONAT DEZEMBER 2017

Warm hug

Warm hug – vielleicht wundern Sie sich über dieses Wort, wie auch ich, als ich dieses englische Wort als Überschrift für eine Strickanleitung für eine Decke las. Eine Freundin schickte sie in unseren Familien-Frauen-Kreis der Pfarrei als Idee für ein gemeinsames Projekt an unserem jährlichen Wochenende vor 2 Monaten und ich glaube jetzt im Dezember wird sie fertig werden. Wir haben uns tatsächlich zusammengesetzt als Strickerfahrene, Frauen mit zwei linken Händen, Ungeübte und Neulinge und solche, die die Idee schön finden, aber nicht stricken wollten: lauter Quadrate aus unseren Wollresten zu stricken und diese zu einer Decke zu verbinden. Idee und Wunsch: Die Decke geht als „warme Umarmung“ – warm hug –, in unserem Kreis rund, jeweils zu der Frau / Familie, bei der das Leben gerade etwas kühler und karger ist und wo liebevolle Zuwendung wärmen soll. Da ist hineingewoben Wolle, die übrig geblieben ist, die nie eingesetzt wurde für ihr ursprüngliches Projekt, manche sehr ordentlich, manche schief und mit Strickfehlern, kleiner oder größer als der Musterlappen… Gerade sind wir damit beschäftigt, alle Teile in der gleichen Farbe zu umhäkeln und ich bin erstaunt, wie die Freundin, die sich um das Projekt maßgeblich kümmert, all diese unterschiedlichen Strickteile so vorbereitet, spannt, anordnet und miteinander verbindet, dass es richtig schön und die Decke einem so lieb und kostbar wird, mit allem was hineingewoben ist an inneren Gedanken beim Stricken, Freude an der Gemeinschaft, Mühen, Lebenserfahrungen…
Das Einzelne zu einem Ganzen und darin seinen Platz findend bei Unterschiedlichkeit und Andersartigkeit durch den verbindenden Faden, die Liebe, das Größere  „für…!“.
Durch welche „warm hugs – warme Umarmungen“ könnte ich den Dezember, karge Zeiten für einen anderen Menschen etwas wärmer machen, einen gedeihlichen Lebensraum schaffen?
- Einen Brief/ Postkarte schreiben und abschicken statt elektronischer Nachricht
- Dem Kollegen, der über einer Sache brütet, einen Tee oder Kaffee vorbeibringen
- Früher von der Arbeit nach Hause gehen, um meiner Frau die Freude zu machen, dass die Wohnung schon beleuchtet und ein Abendessen bereitet ist, wenn sie kommt
- Mir eine Massage gönnen, wenn mir körperliche Zuwendung fehlt
- Dem Kind anbieten, dass es sich etwas aussuchen darf, das ich mit ihm spiele
- Ein Kerze anzünden vor der Haustür oder im Fenster für Vorübergehende
- Jemanden an Weihnachten oder Neujahr einladen, der alleine lebt
- Etwas Zeit und ein offenes Ohr schenken, wo ich seelische oder praktische Not spüre
- Ein erlösendes Wort, eine Ermutigung, ein Lob für das Bemühen, einen Einsatz
- Beim Autofahren tönen, singen, beten für Menschen, die krank oder in anderer schwerer Situation sind…
Was fällt Ihnen ein und wie und was mögen Sie leben als Teil des Ganzen und im Angesicht des Lichtes, das uns aufstrahlt?
Einen wärmenden Gruß und - wenn Sie mögen, auch Umarmung - aus Kloster Arenberg, eine gesegnete Adventszeit, seien Sie behütet!

Ihre Elke Hübers







 

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