Reisen Sie zu sich selbst!

Yoga und Gebet: Im Kloster Arenberg am Rhein bei Koblenz sorgen sich zehn Dominikanerinnen und 80 weitere Mitarbeiter um das Kneipp-Wohl ihrer Hotelgäste

Text: Susanne Hillens


Im Kloster Arenberg kann man sich in den Gärten der Dominikanerinnen den Düften
des Frühlings hingeben



Die innere Ruhe suchen:
Das Mutterhaus der Dominikanerinnen liegt auf der rechten Rheinseite oberhalb der Feste Ehrenbreitstein


"Die Seele entstammt der himmlischen Harmonie. Die Seele hat selbst etwas von dieser Musik an sich." Hildegard von Bingen

Schon die Landschaft lädt zum Innehalten und Durchatmen ein:
Der Blick schweift weit übers Rheintal hinunter bis nach Arenberg. Das Mutterhaus der Dominikanerinnen liegt auf der rechten Rheinseite oberhalb der Feste Ehrenbreitstein, an der Landstraße nach Montabaur und gehört zu Koblenz. Seit mehr als 130 Jahren leben an diesem schönen Flecken Erde Frauen des Dominikanerordens.
1914 waren es noch stolze 710 im Konvent, aktuell sind es 65, Durchschnittsalter 72 Jahre. Doch der Sendungsauftrag des Ordensgründers aus dem 13. Jahrhundert -„Da sein für Gott und den Menschen« - ist im Konvent in Arenberg heute noch so aktuell wie vor Hunderten von Jahren.

Wir wollen bei uns niemanden missionieren, aber auch nicht ausschließlich bespaßen

2001 entschloss sich der Orden zum millionenschweren Umbau des alten Kneipp-Sanatoriums. Seit 2003 bietet das Kloster in einem Gästehaus 99 Betten für Besucher und Erholungssuchende an.
Zehn der Ordensschwestern und 80 weitere Mitarbeiter kümmern sich um das Wohlgefühl der Gäste.
Die kommen von überall her und gehören allen Konfessionen an.

Wer hier für 83 Euro ein Zimmer pro Nacht bezieht, der kann aus einem großen Wellness- und Entspannungsangebot schöpfen.
Ganzheitlichkeit und Einklang von Körper, Geist und Seele im Kneipp‘schen Sinne sind das Grundkonzept des Hauses. Pfarrer Sebastian Kneipp hatte bereits vor 100 Jahren den genial einfachen, aber umso wirkungsvolleren Ansatz: mit Licht, Luft, Wasser, Ruhe und Bewegung den gesunden Organismus gesund erhalten und den kranken Organismus heilen.
„Wir wollen bei uns niemanden missionieren, aber auch niemanden ausschließlich bespaßen.“ Für Bernhard Grunau, den Verwaltungsdirektor vom Hotel-Kloster Arenberg, steht nach wie vor die Möglichkeit im Vordergrund, hinter den modernisierten Klostermauern zu sich selbst zu finden. „Aber,“ so der weltoffene Klostermanager, „man kann eben bei uns auch einfach ein Zimmer buchen, Wellness und Kneipp Programm zur Erholung nutzen und ansonsten den guten lieben Gott einen guten Mann sein lassen.“
Bislang verzeichnet das Gästehaus eine gute 70- bis 80-prozentige Auslastung, „aber es dürfen auch ruhig noch ein paar Gäste mehr sein“, so der Verwaltungschef des Dominikanerordens. Sein Stolz über das zeitgemäße Wellnesszentrum auf dem klösterlichen Gelände versteckt er nicht.

Wer innere Einkehr sucht, teilt den allmorgendlichen christlichen Impuls mit den Ordensschwestern

Im so genannten Vitalzentrum gibt es ein modernes Schwimmbad, Sauna,
Solarium, Fitnessgeräte, Wassertretbecken und ein umfangreiches Programm an Massagen, Krankengymnastik und Kneipp‘schen Anwendungen.
Der Gast stellt sich sein Programm selbst zusammen und kann noch auf Bewegungsangebote wie Walking, Tautreten oder Stretching zurückgreifen.
Er genießt im Klostergarten angebaute Kräutertinkturen oder Kräutertees und ernährt sich täglich nachhaltig fettreduziert und naturbelassen.
Und wer darüber hinaus noch geistige Nahrung und Zeit für innere Einkehr sucht, der findet hier den idealen Ort zum Meditieren oder teilt den allmorgendlichen „christlichen Impuls“ mit den Ordensschwestern. Und spürt die Erholung hinter Klostermauern nicht nur im Körper, sondern vor allem auch am eigenen Herzen.