Schwester Scholastika Wellness mit Gottes Segen!

Zusammen mit ihren Ordenskolleginnen hat die Dominikanerin ein Kloster zum Vitalzentrum ausgebaut

Text: Petra Krüßmann
Fotos: R.Durand; Kloster Arenberg
Schwester Scholastika nahm sich viel Zeit für ECHO DER FRAURedakteurin Petra Krüßmann


Lust auf ein Likörchen? Schwester lrmingard (ganz l.) und ihre Kollegin stellen die Köstlichkeiten selber her


Hausleiterin Schwester Beatrix führt uns durch den prächtigen Kräutergarten des Anwesens

Die Musik dröhnt aus den Lautsprechern hoch oben an der Decke. Im Takt dazu turnen Männer und Frauen im Schwimmbecken.
Kopf in die Höhe und kräftig durchs Wasser marschieren!

Nebenan im Gewichteraum trainieren junge und ältere Menschen an Fitness-Geräten. Sie lachen, scherzen, plaudern unbeschwert miteinander - und nachmittags treffen sie sich zum Rosenkranz beten.

Denn wir befinden uns nicht in einem Fitnesscenter, sondern im Kloster! Genauer gesagt im Kloster Arenberg in Koblenz.

Hier in der Empfangshalle des trutzigen, roten Backsteinbaus empfängt uns Schwester Scholastika. Zusammen mit ihren Ordenskolleginnen hat sie den Hauptsitz der Dominikanerinnen zu einem Vitalzentrum ausgebaut.

Herzlich strahlt uns die 42-Jährige an, führt uns sogleich in die Kapelle des Ordens, um das ausgefallene Konzept des Klosters zu erklären. „Wir wollten ein Angebot für Leute schaffen, die am so genannten Burn-Out-Syndrom leiden. Hausfrauen, Rentner, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die sich ausgebrannt und leer fühlen, finden in unserem Kloster und dem herrlichen Kräutergarten Entspannung. Wir machen hier sozusagen Wellness mit Gottes Segen!“

Bis 2000 war das Kloster ein bekanntes Kneipp-Sanatorium. Doch in den letzten Jahren stagnierte die Nachfrage. Das Heim wurde unrentabel. „Es musste etwas passieren“, berichtet die Schweizerin, die aus dem kleinen Örtchen Rickenbach stammt. „Und da kam uns die Idee mit dem Wellness-Zentrum.“

Die Leute können im Kloster selber entdecken, was ihnen gut tut. „Eine Runde schwimmen, danach eine Massage, und nachmittags Nordic Walking, Meditation oder ein Gespräch mit uns Schwestern“, so die fromme Nonne, die seit 17 Jahren hier lebt und arbeitet. „Ich gehöre mittlerweile zum lnventar und nehme gerne all die tollen Angebote wahr“, sagt sie lachend.
„Am liebsten aber mache ich einen Spaziergang durch die Wälder, suche die Ruhe der Natur.“
Klingt, als sei das hier der Himmel auf Erden... Aber einen Wunsch hat Schwester Scholastika schon noch: „Ich habe immer einen ungeheuren Heißhunger auf Pommes. Die gibt es hier viel zu selten!“