Das Kostbare mit den Menschen teilen

Arenberger Dominikanerinnen erfolgreich mit Internet Blog


Text: Ursula Hertewich OP

Wie kommt eine halbwegs normale junge Frau dazu, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten? Was sind das für Menschen, die ihr Leben freiwillig hinter Klostermauern verbringen? Was bewegt sie, woran glauben sie, wie sieht ihr Alltag aus? Was sind die großen Herausforderungen im Gemeinschaftsleben? Armut, Gehorsam und Jungfräulichkeit ‒ muss man mit der Ablegung der Profess nicht auf alles verzichten, was das Leben schön und liebenswert macht? Und was hat das alles mit Gott zu tun?

Ein Schritt nach vorn
Es sind Fragen dieser Art, mit denen wir, das Noviziat und Juniorrat der Arenberger Dominikanerinnen, immer wieder konfrontiert werden, und die uns im vergangenen Jahr dazu motivierten, einen Schritt nach vorn zu wagen und den Menschen etwas von unserem Leben zu erzählen. Das geeignetste Medium erschien uns dabei ein Blog (ein von mehreren Schwestern geführtes Internettagebuch), da wir hier ohne großen technischen Aufwand einfach los schreiben konnten. Es war uns ein großes Anliegen, zu vermitteln, dass wir hier im Kloster kein Inseldasein fristen, sondern mit beiden Beinen in der Welt stehen, ohne allerdings dabei den Blick "nach oben" zu verlieren. Nein, wir sind im Kloster nicht eingesperrt, wir haben uns alle ganz freiwillig und mit Begeisterung und Liebe für diesen Weg mit Gott entschieden und haben diese Entscheidung in großer Freiheit getroffen. Wir bleiben (Gott sei Dank) genauso wenig verschont von den Härten des Lebens wie alle anderen Menschen auch und sind (leider) auch kein Hauch besser als der Rest der Welt.

Neue Kontakte durchs Internet
Im März 2009 fiel der Startschuss, und seitdem haben wir uns über 250 mal zu Wort gemeldet – neben Posts (zu deutsch "Beiträgen") zu alltäglichen Begebenheiten und Erfahrungen, Berichten über unsere großen Ordensfeste und manchmal auch nicht ganz ernst zu nehmenden Beiträgen, sind es vor allem die geistlichen Impulse, die auf große Resonanz stoßen. Derzeit zählen wir etwa durchschnittlich 5000 Zugriffe pro Monat ‒ Tendenz steigend. Als pures Geschenk betrachten wir, dass über den Blog viele neue Kontakte zu Menschen entstanden sind, die nach ihrer Berufung fragen und die ähnliche Fragen bewegen wie uns. Dass aber ausgerechnet auch unsere älteren Mitschwestern zu den treusten Lesern zählen, hatten wir anfangs niemals erwartet. Selbst die Schwestern, die sich nicht mehr an den Computer wagen, erhalten die Posts regelmäßig in gedruckter Form, und in manchen unserer Konvente werden ausgesuchte Beiträge sogar während den Mahlzeiten als Tischlesung verwendet. So dient der Blog inzwischen nicht nur als Instrument der Verkündigung nach außen, sondern fördert auch gleichzeitig den generationsübergreifenden Dialog.

"Wer in Gott eintaucht, taucht bei den Menschen wieder auf" hat einmal jemand gesagt. Ich persönlich betrachte das Bloggen als eine sehr schöne Auftauchmöglichkeit, die es uns ermöglicht, etwas von dem Kostbaren zu teilen, womit unser guter Gott uns Tag für Tag so überreich beschenkt.


Sr. M. Ursula Hertewich,
Apothekerin, gehört zur Gemeinschaft der Arenberger Dominikanerinnen, Mitarbeit in Seelsorge und Kräuterei von Kloster Arenberg.

Die Internetadresse:
www.op-jugend.blogspot.com


Lebensfreude im Kloster


Schwester beim Surfen