Neue Lebensqualität dank Kloster Arenberg


"Gönne Dich Dir selbst" ‒ unter dieser Philosophie können gestresste Menschen im Gästehaus eine Auszeit nehmen und zu sich selbst finden.

Fotos: bsb

Vermutlich wissen viele Koblenzer gar nicht, welche Wohlfühl-Oase sie direkt vor der eigenen Haustür haben. Die im Jahr 1868 gegründete Ordensgemeinschaft der Arenberger Dominikanerinnen, die neben dem Mutterhaus auch seit 1954 ein Kneipp-Sanatorium unterhielt, hat sich in den letzten elf Jahren enorm gewandelt. Ende der 90er Jahre, als Bernhard Grunau als weltlicher Mitverantwortlicher in die Geschicke des Klosters mit eingriff, war das Sanatorium durch sinkende Gästezahlen und zunehmende Personalkosten wirtschaftlich nicht mehr rentabel. Als die Einsicht wuchs, dass kleinere Verschönerungsmaßnahmen die Situation nicht entschärfen würden, entschloss man sich dazu, eine neue Konzeption für Erholungs- und Ruhe-Suchende zu entwickeln.

Getreu nach Mutter Cherubine
Dazu stellte Grunau, mittlerweile Geschäftsführer in mehreren Einrichtungen der Arenberger Dominikanerinnen und einer Projektgruppe, wie er in einem kürzlich geführten Gespräch ausführte, zunächst einmal alles in Frage und überlegte, wie wohl Mutter Cherubine, die Gründerin der Arenberger Dominikanerinnen, die stets nach dem Motto der "heilenden Liebe" handelte, dieses Haus unter den Rahmenbedingungen der heutigen Zeit gestalten würde. Die Ergebnisse dieser Reflexion flossen in den fünfzehn Millionen Euro teuren Bau des Gästehauses ein, das am 30. Juli 2003 offiziell eingeweiht wurde. 85 Mitarbeiter und zehn Schwestern ermöglichen heute an diesem Ort mit seiner klösterlichen Atmosphäre ihren Gästen einen Aufenthalt, bei dem „das Herz zum Durchatmen kommt", bei dem Leib und Seele neue Kraft schöpfen können.

Die Last mit dem Kreuz
Das Angebot des Klosters Arenberg richtet sich dabei nicht an Zielgruppen eines bestimmten Alters oder bestimmter Berufe, sondern wendet sich an den suchenden Menschen schlechthin. Es werden zu keinem Zeitpunkt Fragen nach Konfession oder Lebenssituation gestellt: Jeder Mensch ist hier willkommen. Viele Gäste kommen zum ersten Mal, manche schon jahrelang an diesen Ort, weil sie sich "ausgebrannt" fühlen oder einfach, um sich zu erholen. Andere tragen im wahrsten Sinne des Wortes ihr "Kreuz" mit sich. Wo es notwendig ist, oder wenn ein Quartiersgast  den Wunsch  äußert, ein Gespräch zu führen, stehen Seelsorger oder Therapeuten für ihn bereit. Neue Kraft schöpfen viele auch aus den „Spirituellen Impulsen" am Morgen in der Gästekapelle. Wer im Gästehaus des Klosters Arenberg ankommen will, muss mindestens zwei Übernachtungen buchen, damit auch Geist und Seele Zeit haben, bei sich selbst anzukommen.
Kürzere Aufenthalte würden konzeptionell einfach keinen Sinn ergeben, führt Bernhard Grunau aus, der sich dabei gerne auf seinen Namenspatron Bernhard von Clairvaux beruft, der Papst Eugen III seinerzeit den Rat erteilte: "Gönne Dich Dir selbst! Ich sage nicht "tu das immer", ich sage nicht "tu das oft", aber ich sage "tu das immer wieder einmal". Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen".

Mitarbeiterwohl ist wichtig
Im Vitalzentrum des barriere- und rauchfreien Gästehauses tankt der Gast in seiner Ganzheit bei Kräuterrstempelmassage, Shiatsu, Qi Gong, Aquafitness, Schwimmbad oder Sauna frische Energie.
Beim Verweilen im großzügigen, lichtdurchfluteten Foyer, im Lesezimmer, im Klosterkeller oder auf der traumhaften Dachterrasse stellt sich Erholung fühlbar ein.
Natur hautnah erleben kann man beim Herumschlendern im Klosterpark, im Aroma-, Kräuter- und Teegarten, auf Wildblumen- und Streuobstwiesen, beim Beobachten von Schafen, Kaninchen und Insekten. Zahlreiche idyllische Fleckchen bieten Sitzgelegenheiten im Grünen; eine Erwachsenenschaukel unter Kastanienbäumen rundet mit einer Erinnerung an die eigene Kindheit das Angebot des Klosters für den Erholungsuchenden ab.

Das Kloster ist ebenso um das Wohl seiner Mitarbeiter bemüht. Für sie werden zum Beispiel aus der Einspeisevergütung der 25 kW-Photovoltaikanlage „Oasentage" finanziert, an denen sie sich spirituelle Auszeiten in anderen Gästehäusern nehmen können. Finanzielle Unterstützung erhält das Gästehaus Kloster Arenberg durch den Förder- und Freundeskreis, dessen Anliegen es ist, konkrete Gästewünsche umzusetzen, wie zum Beispiel die Anschaffung der Erwachsenenschaukel oder die Anlage eines Brunnens im Bibelgarten.

Konzert am 12. September
„Suchende", die nicht gleich in die ganz besondere Atmosphäre des Klosters eintauchen wollen, gewinnen erste Eindrücke bei einer Verwöhnmassage, die im Vitalzentrum von jedermann gebucht werden kann, oder sie nehmen an einem dort angebotenen Aquafitness-Kurs teil. Auch ein Konzertbesuch bietet eine Gelegenheit, Klosterluft zu schnuppern. Am 12. September werden im Mariensaal um 16 Uhr beispielsweise „Musikalische Kostbarkeiten", unterhaltsame Werke für Cello und Klavier, vorgetragen.

Kürzlich erst nahmen viele Menschen bei dem vom Umweltamt der Stadt Koblenz auf dem Klostergelände organisierten „Umwelttag" die Chance wahr, sich nicht nur über die Aktivitäten des Forstamts, über das NABU-Engagement für heimatlose Fledermäuse, den „Schäl Seit" Apfelsaft oder die Kelterei „Schwaab" zu informieren, sondern sich auch Auskünfte zu Kursen und physikalischen Pauschalangeboten des Gästehauses einzuholen.