Urlaub auf himmlische Art

Zivilisationsmüde Mensch wünschen sich häufig nur noch eines: Ruhe. Aufenthalte in Klöstern - ob Tagestrip oder gar für längere Zeit - werden mittlerweile von einigen Orden angeboten.
Lesesaal im Kloster Arenberg bei Koblenz


Schwimmbad im Kloster Arenberg


Massagen im Kloster Arenberg

Ein berühmter Designer hat einmal gesagt, Zeit sei Luxus für ihn. Da hat er wahrscheinlich den meisten Menschen, die in der Modebranche arbeiten, aus der Seele gesprochen. Zeit gilt heute als ein besonders knappes Gut, dicht gefolgt von Ruhe und Besinnlichkeit. Deshalb nehmen ausgebrannte Manager und Sinnsuchende seit einigen Jahren immer häufiger das Angebot an, sichin einem Kloster dem Alltagsstress zu entziehen, abzuschalten und neue Kräfte zu tanken.

Umgekehrt öffnen sich immer mehr Klöster der Gesellschaft, um aus der isolation vom Leben jenseits des Klostergeländes herauszukommen und auch wirtschaftlich neue Wege zu beschreiten. 1-leute reichen die Möglichkeiten von einer schlichten Klosterbesichtigung über ein Wohlfühl-Wochenende bis hin zum „Kloster auf Zeit": Man kann Heilfasten, Aroma- und Physiotherapien wahrnehmen, am Nordic Walking teilnehmen, Schweigeseminare machen, beten, meditieren, sich im Klostergarten betätigen und einfach zu sich kommen.

Bei Tagesbesuchen kann man nicht nur die Einblicke in die Kunst und Architektur der Klöster bekommen. Oftmals erfährt der interessierte Besucher auch, was Menschen dazu veranlasst, ihr Leben Gott zu widmen, und wie sein Tagwerk aussieht. Natürlich geht es hier weniger um Besinnung als vielmehr um erste Kontakte. Viele Klöster verkaufen übrigens auch Produkte aus eigner Herstellung wie Wein, Brot und Kerzen.

Ein etwas längerer Urlaub ermöglicht Alltagsmüden sich näher mit dem Leben im Kloster auseinander zusetzen. Neben körperlichen Wohltaten wie Massagen und Aqua-Gymnastik (z. B. im katholischen Kloster Arenberg) gibt es das Spirituelle zu entdecken. Beten, christliche Meditation, Andachten und Konzerte sind feste Bestandteile des klösterlichen Lebens. Hier kann man Ruhe und Besinnlichkeit erfahren und bekommt viele Anregungen zum geistigen Leben. Umgekehrt ist man mit sich selbst allein und kann so richtig in die Stille des Klosters eintauchen.

Längere Aufenthalte mit kompletter Eingliederung in die Ordensgemeinschaft (wie ihn beispielsweise das Berneucher Haus Kloster Kirchberg in Sulz anbietet) geben die Möglichkeit, das Leben im Kloster und seine Strukturen genauer kennen zu lernen. Während man bei kürzeren Aufenthalten in der Regel nicht mit den Ordensbrüdern oder Schwestern im Refektorium isst, kann man in einem länger angelegten Zeitraum komplett am Klosterleben teilhaben und auch mitarbeiten. Die Schweizerin Rosanna Carbone, die sechs Wochen im Kloster Kirchberg verbrachte, empfand die Arbeit im Kräutergarten als sinnvolle Abwechselung zum Büroalltag.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass „himmlischer Beistand“ in der charakteristischen Stille eines Klosters besonders intensiv zu erfahren ist. Zwar bieten einige Klöster mittlerweile auch „Wellness Oasen“, doch wird dabei weniger auf das Körperliche denn die Seele gelegt. Der zentrale Gedanke der Nonnen des Klosters Arenberg bei Koblenz lautet: Dem Leib etwas Gutes tun, damit die Seele gerne darin wohnt.