Erholung mit Gottes Segen


Im Kloster zur Ruhe kommen und entspannen

von Anja Boromandi
Foto: Kloster Arenberg

Im Kloster Arenberg kann man
bei Meditation, Gebet und Wellness entspannen

Stille Nacht, heilige Nacht -schön wär's. Immer häufiger bestimmen Hektik, Stress und Lärm die Vorweihnachtszeit. Längst sind es nicht mehr nur gestresste Manager mit „Burnout-Syndrom", die auf der Suche nach Ruhe sind, immer mehr Menschen sehnen sich in den dunklen Wintertagen nach einer Auszeit. Doch wo findet man heutzutage noch Orte der Besinnung? Entweder auf einer einsamen Insel oder im Kloster. Bevor Sie sich jedoch in „Klausur" begeben, sollten Sie vorher genau überlegen, welche Variante des Klosterlebens die passende ist. Möchte man sich nur verwöhnen lassen, ein Seminar mitmachen oder am ganz regulären Klosterleben teilnehmen?
Wer nur ungern auf Komfort und Service verzichtet und eine romantische Bleibe fürs Wochenende sucht, ist im Rosenheimer Klosterhotel San Gabriele   bestens   aufgehoben.

Dass reiche Amerikaner sich gern mal eine Kopie von Schloss Neuschwanstein in ihren Vorgarten stellen, ist ja nichts Neues, aber ein Italiener, der ein mittelalterliches Kloster mitten in Rosenheim nachbaut, gehört schon eher zur Ausnahme.

Genau das hat Marco Mattera getan. Zusammen mit dem Architekten Rudolf Rechl verwirklichte der 45-Jährige sich seinen Traum vom „500 Jahre alten" Kloster. „Selbst Bauingenieure können kaum glauben, dass dieses Gemäuer brandneu ist", versichert Marco Mattera stolz. „Im ganzen Haus wurde keine einzige Gummidichtung verwendet, dafür zahlreiche alte Materialien aus dem Mittelalter."
Neben vergoldeten Wasserhähnen darf natürlich der Holzwurm im alten Gebälk nicht fehlen, wenn schon Mogelpackung, dann aber auch richtig. Außerdem ist jede Tür im Haus ein Unikat und handgefertigt. Die Kombination alter Bauelemente mit modernem Interieur wie gläsernen Waschbecken und Wasser- beziehungsweise Himmelbetten machen den Charme der neo klösterlichen Unterkunft aus. „Unsere Angestellten tragen abends im Restaurant Mönchskutten, und die vier Kamine und Dutzende von Kerzen sorgen für eine besinnliche Stimmung."
Und wie kommt das Hotel San Gabriele zu seinem Namen? „Mein Vater heißt Gabriele, ihm zu Ehren habe ich das Hotel nach ihm benannt."

Ebenfalls ein Refugium mit Wohlfühlcharakter ist das Kloster Arenberg bei Koblenz. Es wird liebevoll als Wellness-Kloster bezeichnet, das von Dominikanerinnen zum Vitalzentrum umfunktioniert wurde. Unter Anleitung der Schwestern kann man hier vom Nordic Walking über Aqua-Gymnastik bis zur Aromamassage alle Angebote eines Hotels genießen, auch Annehmlichkeiten wie Fernseher der Internetanschluss fehlen nicht. Trotzdem sind Stille, Gebete und Meditation in Arenberg ein wichtiger Bestandteil des Alltags und damit eine gute Variante für all diejenigen, die einen ersten Einblick ins Klosterleben bekommen möchten.

Die Benediktinerabtei Ottojeuren wiederum bietet ihren kästen zahlreiche Seminare und Kurse an,
darunter so genannte Besinnungstage oder Fastenprogramme. Und im Wallfahrtskloster Andechs am Ammersee können sich Manager in Exerzitien dem Gebet und der Besinnung widmen.
Bleiben noch die übrig, die bewusst auf jeden Luxus verzichten und das echte Klosterleben kennenlernen möchten. Wie im Franziskanerkloster Wangen. Dort weist man ausdrücklich daraufhin, dass Gästen nur ein „Mitleben im Kloster" möglich ist. Im Klartext heißt das: in aller Frühe zum Morgengebet aufstehen und sich an den Arbeiten, die täglich im Kloster anfallen, zu beteiligen. Auch in der Abtei Frauenwörth auf Frauen-chiemsee ist es Hausgästen möglich, am Chorgebet der Schwestern teilzunehmen und das geistliche Gespräch zu suchen. Übrigens: Junge Frauen, die sich für einen Eintritt ins Kloster interessieren, können als Au-Pair-Gast umsonst in der Abtei wohnen. Bedingung: Der Aufenthalt muss länger als 14 Tage dauern und sie müssen bereit sein, einige Stunden täglich in Küche, Haus oder Klostergarten mitzuarbeiten.